FFH Diskussionsforum

Nachhaltigkeit, Forschung und Wissenschaft in Europa

Die Abkürzung FFH steht für Fauna-Flora-Habitat und mit der Richtlinie 92/43EWG wurde eine Richtlinie zum Schutz und zur Erhaltung des natürlichen Lebensraum von wilden Tieren und Pflanzen. Grundsätzlich wird damit also eine Naturschutz-Richtlinie der EU beschrieben, die im Jahr 1992 einstimmig von den Mitglieder der Europäischen Union beschlossen und verabschiedet worden ist. Ein wesentlichen Bestandteil dieser FFH-Richtlinie ein zusammenhängendes Schutzgebiet namens “Natura 2000″, welches bis 2003 von weiteren Mitglieder der EU anerkannt wurde.

Schutz der Gebiete

ffh-richtlinieDie sogenannten “Sites of Community Interest” (kurz SCI) steht für die “Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung” beschreibt die am stärksten gefährdeten Lebensraumarten und -typen, von denen es allein in Deutschland circa 90 gibt, in denen fast 300 Pflanzen- und Tierarten darin leben. Um die FFH-Gebiete zu bestimmen, unterscheidet man in drei Gliederungsphase. In der ersten werden Schutzgebiete bestimmt, die den FFH-Richtlinien am besten entsprechen. In der zweiten Phase widmet man sich den Gebieten, die von der Europäischen Kommission bewertet wurden. In der letzen und dritten Phase müssen die Mitgliedsstaaten innerhalb von höchsten 6 Jahren diese Areale aus “besondere Schutzgebiete” ausweisen und gesonderte Maßnahmenerlassen, um diese Gebiete auch entsprechen schützen zu können. Um die umzusetzen, werden eigene und Mittel aus der EU zur Hilfe genommen. Auf diese Weise wurden allein in Deutschland weit über 4000 Schutzgebiete nach FFH-Richtlinie erschließt – das sind circa 9 Prozent der gesamten Landfläche Deutschlands.

Schutz der Pflanzen- und Tierarten

tier-und-pflanzenschutz-gebieteTrotz strenger und genau spezifizierter FFH-Richtlinien reicht es oft nicht aus, um alle Lebensarten ausreichend zu schützen. Im Anhang 4 der Richtlinie werden bestimmt Arten aufgelistet, für die es kein ausgewiesenes FFG-Gebiet geben muss, weil sie sich dem Lebensraum der Menschen angepasst haben. Eindeutig verboten ist dabei jedoch ein absichtliches Fangen oder Stören dieser Tierarten und auch der Handel mit den in der FFH-Richtlinie festgelegten Tier- und Pflanzenarten ist untersagt. Durch den direkten Artenschutz ist eine vernünftige und nachhaltige Nutzung der Natur, wie z.B. das beforsten eines Waldes nach wie vor erlaubt. So existiert zum Beispiel mit dem Hutewald-Projekt in einigen Gebieten Deutschlands ein Versuch, die wilde Natur wieder ökologisch nutzbar zu machen und in geschützten und speziell abgegrenzten Gebieten Tiere wieder auszuwildern. Hierzu plant FFH-Talk FFH-Talk für 2015 gemeinsam mit abiturma (Nachhilfe fürs Mathe Abitur) einen Bildungschannel auf Youtube zu Nachhaltigkeit, Mathe und Biologie zu starten.

Ökologie und Umweltbewusstsein

natur-wiese-umweltschutzGrundsätzlich war die Ökologie eine Teildisziplin der Biologie. Sie erforschte und ergründete dabei die Beziehung und das Zusammenleben von Tier- und Pflanzenarten in besonderen natürlichen Umgebungen. Speziell in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelten die Menschen wieder ein ganzheitliches und besonderes Bewusstsein zu ihrer Umwelt, sodass in diesem Zusammenhang auch häufig der Begriff der Ökologie im Zusammenhang mit Umweltschutz gleichgesetzt wurde. Dies äußert sich auch nicht zuletzt in deutlich höherer Nachfrage beispielsweise für veganes essen oder Bio- und Naturkosmetik. Grundsätzlich wird die Ökologie in die Bio- und Geoökologie unterschieden und zählt damit zu einem klassischen naturwissenschaftlichen Themenfeld. Wie in anderen Bereichen der Naturwissenschaft auch geht es hierbei um ein empirischen Arbeiten, Messen, Beobachten und Analysieren von Zuständen und Verhalten der Natur.